Texte aus »Leibeslieder«
Männerlied
In einem kleinen Zimmer, da zuckt gerad' ein Zwerg.
Der hat 'ne schicke Mütze, der wohnt an einem Berg.
Der kann ganz kräftig werden, sogar, wenn er nicht will.
Und manchmal, wenn er's sollte, dann hängt er nur ganz still.
Er hat ja nur ein Auge, da weint er manchmal draus,
Er hasst es, wenn er klein ist, und redet sich dann raus.
Es gibt von ihm gar viele, ein ganzes großes Heer.
Doch woll'n es richt'ge Helden sein, reicht stark sein längst nicht mehr.
Hey, hey, jauh, du Wollustglück der Frau,
du solltest gar nicht anders sein, nur manchmal nicht so faul.
Manchmal ist er sehr feurig und kann gar nichts dafür.
Er sucht sich seine Wege durch manch' geschloss'ne Tür.
Er ist der Stolz der Männer und wenn er da so steht,
dann hoffen auch wir Frauen, dass das nicht bald vergeht.
Hey, hey, jauh, du Wollustglück der Frau,
du solltest gar nicht anders sein, nur manchmal nicht so faul.
Und nachts in meinem Zimmer, da träume ich von ihm,
und spür', wie meine Hände zu meinem Tore zieh'n.
Und wenn sie ihn erwarten, den kleinen Mann ganz groß,
und wenn sie ihn erst haben, dann kommt er nicht mehr los.
Hey, hey, jauh, du Wollustglück der Frau,
du solltest gar nicht anders sein, nur manchmal nicht so faul.
Der Himmel weint nicht mehr
Ich wünschte, ich wäre du für kurze Zeit,
mein Hund beißt nicht mehr, ich trag' ein dünnes Kleid.
Ich hab' den Antichrist in der Küche geseh'n,
ich weiß, es ist so gescheh'n.
Der Müllmann sammelt mich immer ein,
ich muß dir so viel sagen und kann nicht mal schrei'n,
sag, was denkst du von mir, laß deine Hand ruhig bei dir,
noch bin ich hier.
Ich bin eine Meerjungfrau in Jeans,
ich weiß, ich habe keinen Namen,
nur manchmal möchte ich noch sagen,
doch es ist... Jahre her.
Der Himmel weint nicht mehr.
So fandest du mich und ich bin nicht mal tot.
Du riechst an mir, leckst an meinem Blut,
du solltest froh sein, denn es ist wieder in mir drin.
Das hat seinen Sinn.
Weißt du noch, wie ich geschrien hab',
Schreie haben einen Himmel seit jenem Tag.
Du hast mich 25 Mal geschlagen, glaubst du, das war genug,
für deinen Selbstbetrug.
Ich bin eine Meerjungfrau in Jeans,
ich weiß, ich habe keinen Namen,
nur manchmal möchte ich dir noch sagen,
doch es ist... Jahre her.
Der Himmel weint nicht mehr.
Jahre geh'n und die Sonne wird dunkel und es ist niemand, der je versteht.
Jahre geh'n, bringen wächserne Schönheit und den leisen Regen, der jäh vergeht.
Jahre geh'n und mit ihnen die Tränen und es gab dies Zeichen, das auf dir lag.
Kannst du nicht die Haie hören, sie sind blind seit jenem Tag.
Ich mag die Art, wie du mit mir sprichst,
deine Augen flackern leise, wenn du auf mich blickst,
ich weiß genau, du denkst daran, wie weich ich war,
vor diesem Jahr.
Deine Mutter hat sich schön gemacht,
dies soll hier heut' für uns sein, hast du dir gedacht.
Sieh' nur, alle hier wollen seh'n, dass wir geh'n.
Keiner will mich versteh'n.
Ich bin eine Meerjungfrau in Jeans,
ich weiß, ich habe keinen Namen,
nur manchmal möchte ich noch sagen,
nein, manchmal muß ich dir noch sagen,
manchmal möchte ich dir sagen,
doch es ist... Jahre her.
Der Himmel weint nicht mehr.
Doch es ist Jahre her.
Der Himmel weint nicht mehr.
Der Himmel weint nicht mehr.
Der Himmel weint nicht mehr.