»Frech, frei und über 40
CasinoTheater Bremen »
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Sie spielt auf der Klaviatur der Emotionen wie keine Zweite: Wiebke Wiedeck lockt, kokettiert, verführt – und landet eine Pointe. Die Berlinerin ist eine große Meisterin des Chansons und wird für Ihre gewaltige Stimme und ihren spitzzüngigen Humor zu Recht sehr verehrt. […] »Endlich 40 ++!« heißt der neue Wurf der Chansonette. Nanu — sollte frau sich tatsächlich über dieses verflixte Alter zwischen Antifaltencreme und Minirock freuen? Wiebke Wiedeck meint: Ja! Und liefert die Begründung gleich hinterher: »In dem Alter kann Frau längst über alles lachen. Ein abgesagtes Date, ein eitler Chef – alles nur eine Frage des Humors.«
Mit unerhört frechen und amüsanten Tönen nimmt Wiebke Wiedeck die Macken ihrer Generation aufs Korn und ist dabei so selbstironisch und unaufgeregt, dass auch Männer auf ihre Kosten kommen werden. Casino-Leiter Thomas Schindler: »Bei Wiebke Wiedeck ist ordentlich Pfeffer drin. Wir sind stolz so eine Vollblutkünstlerin präsentieren zu können.«
05.10.2007
» Sie will noch mit 80 kichern können
Interview mit Martina Plothe, Ostsee-Zeitung »
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»Endlich 40 ++!!« ist ein Abend überschrieben, dessen Interpretin Wiebke Wiedeck »halb Chanson, halb Kabarett« verspricht. OZ befragte die Sängerin.
OZ: Eine Programm-Ankündigung
nennt Sie eine Frau über 40,
die »längst über alles lachen kann«.
Heißt das, Sie nehmen nichts mehr
ernst?
Wiedeck: Das heißt es ganz bestimmt nicht. Aber mit 42 kann ich sehen und benennen, was nicht
mehr zu ändern ist. Ein Bandscheibenvorfall zum Beispiel kommt zustande,
wenn man zu lange mit sich selbst schludert und dem Verschleiß nichts entgegensetzt. […] Über meinen Bandscheibenvorfall habe ich danach ein witziges Lied geschrieben.
OZ: Lachen Sie mit Ihrem Publikum über sich selbst oder über das Älterwerden?
Wiedeck: Beides. Mir geht es um das Trotzdem-lachen-Können. Lächeln und Lachen finde ich extrem wichtig für das Überleben. An den Deutschen vermisse ich, dass sie entspannt mit dem Altern umgehen […].
Ich unterstütze einen Verein, der Waisenkinder aus Burkina Faso betreut. Diese Kinder haben trotz ihrer Not das Lachen nicht verlernt. Für mich selbst hoffe ich, dass ich noch als 80-Jährige fröhlich kichern kann.
OZ: Ihr Programm heißt »Endlich 40++!« mit zwei Plus- und zwei Ausrufezeichen. Was macht die Aussicht auf die 50 für Sie reizvoll?
Wiedeck: Ich finde das mittlere Alter sehr interessant: Man liebt und lacht anders als mit 20. Man geht mit Themen offener um, die schwierig werden könnten. Die Kinder - meine Söhne sind 18 und 7 Jahre alt - sind aus dem Gröbsten heraus. Und man hat Muße für Dinge, die immer zu kurz gekommen sind. […]
OZ: Sie arbeiten nach eigenem Konzept auch als Personaltrainerin für Frauen, die sich den kompetenten Einsatz von Stimme und Körpersprache aneignen wollen. Wird Ihnen die Bühne zu klein?
Wiedeck: Nein. Es geht mir darum, Frauen stark zu machen, die sich in der Öffentlichkeit präsentieren müssen - Professorinnen, Politikerinnen oder Managerinnen. Stimme, Ausdruck, Körpersprache sind trainierbar, zum Beispiel durch Musik. Die Musikpädagogin ist meine zweite Berufung, und die will gelebt werden.
OZ: Worum geht es in Ihrem neuen
Programm?
Wiedeck: Um alles, was für Menschen um die 40 interessant ist. Ich bringe viel von dem ein, was mir selbst passiert ist. Die Titel sind in den letzten drei Jahren entstanden. Es wird ein unterhaltsamer Kabarett-Chanson-Abend, der für Männer und Frauen jeden Alters absolut spannend ist.
Interview: Martina Plothe (mit freundlicher Genehmigung)
©2007
www.ostsee-zeitung.de
»… gekonntes Spiel mit den Emotionen der Zuschauer
CasinoTheater Bremen, www.vocal-artisten.de »
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Die Vorzeigediseuse des deutschen Chansons begeisterte das Bremer Publikum
Zur zweiten Veranstaltung am 06. Juli 2006 im neuen CasinoTheater in der Böttcherstraße konnten die Vocalartisten das erste herausragende Gastspiel verpflichten.
Mit der Chansongröße Wiebke Wiedeck und dem hervorragenden Pianisten Harry Ermer (u.a. bekannt als musikalischer Partner von Mary) gaben sich zwei aus der ersten bundesdeutschen Kabarett- und Chansongarde im CasinoTheater ein Stelldichein.
Das Programm »Küsse und Bisse« unter dem Überbegriff Erotischer Liederabend zeigte nicht nur eine hohe musikalische Bandbreite einer Ausnahmekünstlerin, sondern auch ein gekonntes Spiel mit den Emotionen der Zuschauer. Knisternde Erotik wie auch gekonnt verpackter Witz ließen das Publikum nach kurzem Anlauf zu Mitstreitern in Sachen Eros, Liebe und Beziehung werden. Glanzlichter setzte dabei Wiebke Wiedeck mit »Nehm’sen Alten« oder »Eine Braut« sowie ihrer jederzeit treffsicheren Moderation und wurde durch den charmanten Witz ihres Partners Harry Ermer - einfach urkomisch mit seinem Solosong »Harrys Blues« - zu immer wieder neuen Höhenflügen angestachelt.
Das CasinoTheater Publikum dankte es beiden Akteuren mit begeisterten Zugabenforderungen und dem im Anschluss immer wieder geäußerten Verlangen, solche erstklassigen Gastspiele unbedingt beizubehalten.
Dieser Forderung werden die Vocalartisten gerne im Oktober wieder nachkommen.
»… die letzte Bastion des Chansons in Deutschland.
Wünsche und Träume unter Kerzenlicht
Chris Murray und Freunde präsentierten in Berlin ein anspruchsvolles und unterhaltsames Abendprogramm
… Doch es wäre absolut ungerecht, nur vom Hauptdarsteller des Abends zu sprechen, denn die beiden Damen an seiner Seite hatten einiges zu bieten. Ganz stark agierte Wiebke Wiedeck im Finale des ersten Teils im Duett mit Chris Murray beim »Gebet« mit ihrem größtenteils auf italienisch gesungenen Part.

Nach einer Pause legte sie aber erst richtig los, als sie zusammen mit Pianistin Karen Forbriger Auszüge aus ihrem Chansonprogramm (O-Ton Chris Murray: »Sie ist die letzte Bastion des Chansons in Deutschland«) vortrug und unter anderem beim »Hochzeitswunsch« einen Rosenstrauß den Garaus machte, weil sich doch kein geeigneter Bräutigam finden ließ […] Krönender Abschluss war das Anatevka-Duett »Liebst du mich?« mit Murray, der mit der Ägide eines Schuljungen die Lacher auf seiner Seite hatte …«
(Fotos: Manuela Kippes)
»… mitreißender Blick auf die »Dinge des Lebens«.
Das Spiegelfoyer des Theater des Westens Berlin bildete einen stimmungsvollen Rahmen für den Solo-Abend von Wiebke Wiedeck, die täglich als Old P. oder Madame Thénardier in LES MISÉRABLES auf der Bühne steht. Zusammen mit ihren Kollegen Lance Adair Hendrix, Andreas Meyer-Klement und Georgio Crobú gestaltete das Vollweib einen Abend voller Überraschungen.
Stimmungsvolles Licht unterstützte das intime Ambiente der Soiree, so dass die erotischen Geständnisse Wiebke Wiedecks zu einem musikalischen Erlebnis wurden. Der trockene Humor der gebürtigen Greifswalderin, die in Thüringen aufwuchs, traf den Nerv des Publikums. Ihr zweistündiges Programm strotzte voller Frechheit, Bodenständigkeit und Poesie und bot einen mitreißenden Blick auf die »Dinge des Lebens« einer Frau.
Der rote Faden, der sich durch das Programm zog, war geprägt von den facettenreichen Gesichtern Wiebke Wiedecks: Poetische Gedichte und humorvolle Monologe wurden unterbrochen von Tangoeinlagen, Jazznummern und Chansons; bekannte Melodien wie »Mambo Number five« erhielten kurzer Hand neue Texte. Harmonisch wie ironisch unterstützte Lance Adair Hendrix mit seinen Interpretationen und Improvisationen tänzerisch diese kurzweilige Show. Das Publikum reagierte anfangs verwundert ob der harten Brüche zwischen den einzelnen Vorträgen, jedoch verstand es Wiebke Wiedeck in kürzester Zeit, die Zuschauer von ihrer eigenwilligen Interpretation einer Frau von Heute zu fesseln.
So verwunderte es nicht, dass das Publikum begeistert nach Mehr verlangte und Wiebke Wiedeck den Abend mit »Nur nicht aus Liebe weinen« und »Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt« als Zugabe bravourös ausklingen ließ.«
»… witzig und bitter, lustvoll und märchenhaft.
Radio Okerwelle » mehr
Sinnlichkeit und Trauer
Wiebke Wiedeck - ein neuer Stern am deutschen Chanson-Himmel
Das deutsche Chanson teilt derzeit das »Schicksal«, das dem Jazz seit Jahren unterstellt wird, nämlich eigentlich tot zu sein. Nimmt man die Tatsache, dass Ikone Tim Fischer vor kurzem in der Bar jeder Vernunft in Berlin nicht ausverkauft war und beim Berliner Chansonfest auch der ein oder andere freie Platz zu entdecken war, dann scheint an dieser These ja etwas dran zu sein. Tatsächlich haben gerade die Flaggschiffe des Genres mit leichten Abnutzungserscheinungen zu kämpfen. Das mag man als Chansonliebhaber beklagen, andererseits gibt das dem Nachwuchs die Chance, mit eigenem Stil in die Bresche zu springen.
Eine, die dies in erstaunlicher Weise tut, ist Wiebke Wiedeck, vom Alter und künstlerischer Vergangenheit her zwar nicht unbedingt eine Nachwuchskünstlerin, aber mit ihrem ersten Album mit eigenen Texten doch so etwas wie eine Debütantin. Die „Leibeslieder“ kommen auch deshalb so überraschend daher, weil sich in der Vita der mittlerweile in Berlin wohnenden Mecklenburgerin zwei Stationen finden, die trotz ihres unbestreitbaren hohen Niveaus sich nicht unbedingt durch allzu große Sinnesfreude auszeichnen. Gemeint sind die Hochschule für Musik Hanns Eisler und die Schauspielschule Ernst Busch, bekannt für exzellente Ausbildung, nicht zuletzt durch enorme Disziplin. Und jetzt dieses Album, in dem Witz und Kreativität mit der deutschen Sprache vorherrschen, das zwar immer noch Chanson ist, aber nicht in den Traditionen erstarrt, sondern auch Elemente aus anderen »Musiken« verwendet, wie es im Übrigen einige der Künstler machen, die beim Label duo-phon unter Vertrag sind.
Wiebke Wiedeck deckt mit ihren »Leibesliedern« - fast - alle Facetten der menschlichen Existenz ab, hat dabei keine Probleme damit, auch mal die Kitschgrenze auf hohem Niveau zu streifen, singt von Liebe, Lust und Leiden, den klassischen Themen des Chansons. Aber anders als bei vielen der Großen sind ihre Gefühle nicht überhöht, ihre Texte haben Bodenhaftung, ohne banal zu klingen. Und sie sind witzig und bitter, lustvoll und märchenhaft - man könnte sagen, sie seien die nackte Wiedeck. So gesehen macht das Coverphoto Sinn, das man oberflächlich auch unter dem Motto »Sex sells« abtun könnte. Diese sicherlich nicht nur für den männlichen Betrachter attraktive Nacktheit ist gewissermaßen Sinnbild für das Spannungsfeld zwischen Sinnlichkeit und Verletzlichkeit, mit der sich Wiebke Wiedeck den Hörern ihrer Lieder zeigt.«
»… süffisant vorgetragenen und verblüffend modern.
Selbstbewußt modernisiert
Wiebke Wiedeck singt über »Küsse und
Bisse«
Vielfaltig sind die Versuche in dieser Stadt, das Chanson
wiederzubeleben und etwas vom Sternenstaub der gloriosen wilden Zwanziger auf
sich rieseln zu lassen. Doch schon Friedrich Hollaender stöhnte angesichts der
-zigsten Auflage seiner »Kleptomanin«: »Die Zwanziger, die Zwanziger, ham sie's
nicht noch ranziger?« Denn oft genug ist alles nur Wiederaufführung und der Reiz
bloß nostalgischer Natur.
Bei Wiebke Wiedeck ist gar nichts ranzig. Ihr
Programm »Küsse & Bisse« dreht sich zwar um das gut abgehangene Thema Liebe
und Leidenschaft einschließlich beider Abflauen im grauen Alltag - und trotzdem
klingt es frisch, weil es sich ganz frech neue Interpretationen zutraut. Sie
singt Chansons von Brecht/Weill, von Tucholsky - ja, und auch von Hollaender,
aber sie mischt sie mit eigensinnigen Bearbeitungen aus dem weiten Feld Pop, mit
Liedern von Tori Amos und Neneh Cherry beispielsweise. Sie macht aus »Johnny,
wenn du Geburtstag hast« einen Rock 'n' Roll, sie bringt das große Musical-Drama
ins kleine Leid, und manchmal hört man sehr gut heraus, daß sie zwei Jahre lang
bei der Berliner Band Poems For Laila gesungen hat: Wiebke Wiedeck zelebriert
mit ihrer kraftvollen, klaren Stimme weniger die leisen, leidenden Töne denn den
selbstbewußten Auftritt einer Rocksängerin. Antje Messerschmidt begleitet sie an
Cello und Violine, Andreas Meyer-Klement (Piano) und Frank Siebold (Gitarre)
stehen ihr beim Gesang zur Seite.
Sie schreibt ihre Lieder auch selbst, das
»Zwergenlied« um des Mannes bestes Stück etwa. Zusammen mit den süffisant
vorgetragenen Zwischentexten wird ein Programm aus einem Guß daraus -
verblüffend modern zudem: Weil die Wiedeck sich nicht auf den Reiz 70 Jahre
alter Frivolitäten allein verläßt, sondern mit der Masturbation unter der Dusche
beispielsweise den Sex so in Szene setzt, wie er heutzutage ist in der
Großstadt: eine einsame Angelegenheit.«
»… erzeugt Gänsehaut.
Nicht aus liebe weinen
Über die Liebe läßt sich vortrefflich philosophieren, reden, schreiben - und singen. Einmal mehr bewies das Wiebke Wiedeck, die am Samstagabend ihr neuestes Chanson-Programm »Küsse und Bisse« im Domicil Leidinger vorstellte. Die Berlinerin […] zeigte in Liedern und Texten frech-erotisch, respektlos und ungemein charmant die Facetten des uralten Themas. Als »Animierdame, die Bescheid stößt«, hört sie »gegen kleine Preise der wachsenden Verkalkung« ihren ältlichen Verehrern zu. In der Rolle der Seeräuberjenny erzeugt sie Gänsehaut auf dem Rücken. Doch Wiedeck ist auch in den leiseren Tönen zu Hause. »You don't bring me flowers any more« intoniert sie mit viel Hingabe, sensibel begleitet von Andreas Meyer-Klement am Klavier und dem Gitarristen Frank Siebold. Nimmt kurz darauf die traditionelle Ehe aufs Korn: »Zum ersten Mal heiratet man aus Liehe, beim zweiten Mal aus Geselligkeit, beim dritten Mal aus Berechnung und dann aus Gewohnheit…«“ - verdächtiges Kichern im vollbesetzten Raum.
Richtig Biß bekommt der Abend allerdings durch das Zusammenspiel mit Wiedecks Begleitern. Deren »Boy-Group«-Nummer reißt die Leute fast von den Stühlen: Andy und Franky - stilecht herausgeputzt mit verkehrt herum aufgesetzter Schirmmütze und dunkler Sonnenbrille - verrappen und veralbern den Schlager »Ein Freund, ein guter Freund«. Mit der Ballade »More than words« rühren die beiden leise Gefühle an, die Wiedeck gleich wieder auflöst: Denn »es ist nicht so sehr die Frage, ob man sich für einen Mann entscheiden soll, sondern eher die: Was mach ich mit all den anderen?« Als eine der Zugaben singt Wiedeck mit ihrer schönen klaren Stimme ihr Lieblingschanson: »Nur nicht aus Liebe weinen, es gibt auf Erden nicht nur den einen, es gibt so viele auf dieser Welt, ich liebe jeden, der mir gefällt«. Außer Frage, das Programm kam beim Publikum an.
Da wirkte nichts gespielt, nichts aufgesetzt - weder die Leichtigkeit, der Charme, die Erotik noch die Tiefsinnigkeit.«
»… voller Spannung und Überraschungen.
Mal kess und frech, mal gefühlvoll
»Küsse und Bisse«, Streicheleinheiten und Seitenhiebe verteilte die Berliner Chansonette Wiebke Wiedeck großzügig an ihr Publikum. Gemeinsam mit ihren beiden Partnern sorgte sie für einen höchst vergnüglichen Abend im Kurtheater. Gerade von einer Frankreich-Tournee zurückgekommen, zeigte sich das Trio in bester Form: Frank Siebold, Gitarre, und Andreas Meyer-Klement, Klavier, agieren nicht bloß als Begleiter und schmückendes Beiwerk, sondern sind eigenwilliger männlicher Gegenpart zur Frauenpower von Wiebke Wiedeck, etwa wenn sie aus dem Uralt-Filmhit »Ein Freund, ein guter Freund« einfach einen Rap machen oder die Lieder ihrer Partnerin ironisch und witzig mit Vokalen unterlegen.
Wiebke Wiedeck hat ihren eigenen Stil und durchaus ihre eigenen Vorstellungen von Chansons, und sie läßt sich da auch durch berühmtere Vorgängerinnen nicht abschrecken. Ganz schön selbstbewußt, Edith Piafs Welterfolg »Padam, Padam« auf ihre Art zu interpretieren - und zwar gekonnt! In Kurt Weills »Sorabaya-Johnny« fehlt ihr die traurige Zerbrochenheit der Lotte Lenya, für die dieses Lied geschrieben wurde; sie bringt den Song eher frech, mit einem trotzigen Lachen in der Kehle. Doch wenn die Vortragskünstlerin auf den ersten Blick auch eher wie ein frischer, netter Typ zum Pferdestehlen wirkt - sie macht durchaus Hintergründe und Doppelbödigkeit ihrer Lieder deutlich, vor allem in dem zwischen Naivität und Verruchtheit schwankenden Lied »Vielleicht liegt's am Wetter«. Und wie sie »Jonny, wenn du Geburtstag hast« cool verjazzt und dabei die gelben Rosen gedankenlos zerpflückt - also, das hat was! So ist der Abend voller Spannung und Überraschungen, unterhaltsam und schlagfertig, mal kess und frech, mal gefühlvoll.«
»… stimmgewaltig und sehr sexy.
Lippische Landeszeitung » mehr
Stimmgewaltig und sehr sexy
Sein Sie doch mal ehrlich. Allein die Beine waren das Eintrittsgeld wert. Wiebke Wiedeck verstand es, ihr Publikum im Kurtheater mit »Küssen und Bissen«, stimmgewaltig, böse, humorvoll und sehr sexy, in der altbewährten, männermordenden »Penthesilea-Tradition« aus der gemütlich zurückgelehnten Reserve zu locken.
[…] Begleitet von Frank Siebold, Gitarre, und Andreas Meyer-Klemenl, Piano und Gesang, geriet das Programm aus Chansons, Texten und Szenischem, mit leidenschaftlichen Händen der literarisch, musikalischen Beziehungskiste entrissen und mit pulsierendem Leben erfüllt, zu einem erregend gefühlsintensiven Mix aus »Liebe, Lust und Hysterie«.
[…] Mit einer unglaublich wandlungsfähigen Stimme, deren chamäleonartige Variationsbreite von süß und mädchenfein oder rotzfrech und schrill aus kindlicher Kehle geträllert, über den volltönend sehnsüchtigen Schmelz oder der fordernden Dröhnung aus Bauchestiefen gefördert, bis zur schmerzlich sexy oder dreckig bösen Disharmonie, sprudelnd weiblich aus den Tiefen des Geschlechts entsprungen, verführte Wiebke Wiedeck zum wohlig befreienden Eintauchen in den wilden Zirkus der Gefühle.
Lustig die Peitsche knallend, spielte sie in künstlerischer Virtuosität auf dem Instrument ihrer stimmgewaltigen Ausstrahlung des ewig Weiblichen, verloren, „verflucht und zugenäht“ im ewig Männlichen. Und gönnte ihrem Pyrmonter Publikum ganz einfach einen vergnüglichen Abend.«
»… das Zuschauerblut gerät in Wallung.
Die Woche » mehr
Rache für Lennon
Das Musical »new york story« wird auf Wunsch der Autorin Yoko Ono in der deutschen Provinz uraufgeführt
Sie ist verdammt attraktiv, singt auch noch phantastisch und ist - laut Story - unsterblich in Bill verliebt. Also alles in Butter - wäre da nicht Moricone, der zweite Mann in ihrem Leben, der die Nachtseite ihrer ansonsten hellklaren Seele bedient. Jill heißt sie, wird gesungen und getanzt von Wiebke Wiedeck, und die ist nicht nur auf den ersten Blick, wie Jill sein muß. Wenn sich die Vollblutaktrice von der Hans-Eisler-Musikhochschule im Osten Berlins am kühlen Blech eines Chevi schlängelt und Moroicone (Torsten Werner) ansingt, gerät das Zuschauerblut in Wallung …
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